20:00 - 21:30
Lesung und Gespräch
Moderation: Axel Haase
Der
Angriff Russlands auf die Ukraine, die Eskalation des Nahostkonflikts
nach dem 7. Oktober, der Angriff Israels auf den Iran – das sind nur
einige, wenn auch entscheidende Entwicklungen der letzten Jahre, die
zeigen, wie die »alte« internationale Ordnung erodiert und das
Völkerrecht und die Menschenrechte zunehmend missachtet werden. In
dieser viel beschworenen Zeitenwende stellt sich die fundamentale Frage,
ob das internationale Recht stark genug ist diesem Sturm zu
widerstehen, oder in Zukunft einfach das Recht des Stärkeren gilt.
Wolfgang
Kaleck, einer der international renommiertesten Menschenrechtsanwälte,
argumentiert in dieser Streitschrift, dass Völkerrecht und
Menschenrechte nicht zur Disposition stehen dürfen, gerade weil sie im
Kern, trotz aller Ambivalenzen, Erschütterungen und Rückschläge, einen
immensen Fortschritt auf dem Weg zu einer gerechteren Welt darstellen.
Er erinnert nicht nur daran, dass der Traum »vom ewigen Frieden« aus dem
Trauma des Krieges geboren wurde, sondern zeigt, wie notwendig es
gerade jetzt ist, an diesem „utopischen Projekt“ festzuhalten, welche
Reformen des internationalen Rechts und seiner Institutionen es stärken
könnten und wie und mit wem wir gemeinsam dafür streiten können.
„Ein Buch, das den Blick schärft, den Willen stärkt und sogar Hoffnung macht.“ Daniel Kehlmann
Wolfgang Kaleck gründete 2007 die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin und ist seitdem deren Generalsekretär. Er ist Anwalt des Whistleblowers Edward Snowden und der Familie von Patrice Lumumba. Kaleck hat mehrere Bücher geschrieben, u. a. „Die konkrete Utopie der Menschenrechte“ (2021) und „Law versus Power“ (2018). Er wurde u.a. mit dem Hermann Kesten-Preis des PEN-Zentrums Deutschland und dem Max Friedländer-Preis des Bayrischen Anwaltsverband ausgezeichnet und arbeitet in zahlreichen Projekten mit der Akademie der Künste in Berlin, dem Haus der Kulturen der Welt, der Magnum Foundation, der Galerie Autograph und anderen Kulturinstitutionen zusammen.