Das lange Leben und das lange Schreiben (1) Die Dichterin Hilde Domin (1909 – 2006), vorgestellt von Jürgen Tomm (Wiederholung vom 23.6.)

06-07-2020 (20:30)

Hilde Domin war eine der großen Dichterinnen deutscher Sprache. Nach 14 Jahren Exil in der Dominikanischen Republik aber (der sie ihr Pseudonym entlieh) und vielen Arbeitaufenthalten in Spanien - nach ihrer Rückkehr nach Deutschland dachte sie zugleich spanisch. Insgesamt dauerte das Exil der als Hilde Löwenstein 1909 in wohlhabendem Kölner Elternhaus Geborenen 22 Jahre. Sie hatte zunächst Jura und Volkswirtschaft studiert, begleitete aber die große Liebe ihres Lebens, Erwin Walter Palm, 1932 nach Rom, und so wurde diese Stadt wenig später zur ersten Exilstation des jungen jüdischen Paares. Als auch Italien Rassegesetze einführte, flohen sie über England 1940 nach Santo Domingo. Erst mit Mitte 40, nach ihrer Rückkehr, veröffentlichte Hilde Palm, nunmehr Hilde Domin, erste Gedichte. Viele Bände sollten folgen, dazu autobiografische Prosa, Essays, Vorträge zur Poetik und Übersetzungen.

Als "grünes" SPD-Mitglied war und blieb sie ihr Leben lang eine wache politische Beobachterin, die z.B. Hitlers Ansichten in "Mein Kampf" früh als reale Absichten erkannte. Hoffnung und Freiheit wurden Leitbegriffe Ihres Schreibens und Wirkens. "Drei Arten von Mut" brauche der Schriftsteller: ganz er selbst zu sein, radikal ehrlich zu schreiben und "an die Anrufbarkeit der anderen zu glauben".

Eine Lebensgeschichte als Spiegel eines Jahrhunderts - ein "LebensBild", präsentiert von Jürgen Tomm.

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