ErzählBar: Helke Sander im Gespräch mit Magdalena Kemper

02-10-2022 (17:00)

Sie ist ihr Leben lang unbequem und kämpferisch gewesen, hat ihren Blick immer auf das Politische im Privaten gerichtet als Filmemacherin und Autorin, als Hochschullehrerin, als feministische Aktivistin gleichermaßen. 

Geboren 1937 in Berlin, kehrt sie nach ersten Theatererfahrungen in Hamburg und Helsinki mit ihrem Sohn zurück und engagiert sich in der Studentenbewegung, gründet den Aktionsrat zur Befreiung der Frauen und -aus schierer eigner Not- die ersten Kinderläden. Im September 1968 hält sie die legendäre Tomatenrede vor dem SDS, in der sie u.a.die Verantwortung der Genossen für die Erziehung der Kinder einfordert.

Eine Rede, die als Auftakt der Neuen Frauenbewegung gilt

Ihre Filme regen auf: Der erste abendfüllende Spielfilm REDUPERS über den zerstückelten Alltag einer Künstlerin und Mutter macht sie berühmt, 

Mit ihrem Dokumentarfilm BEFREIER UND BEFREITE schreibt sie Geschichte: sie macht ein Thema öffentlich, das nicht nur in der Linken lange tabuisiert war:  die Massenvergewaltigungen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Akribisch trägt sie Fakten zusammen, befragt Opfer und Rotarmisten.

Die erste feministische Filmzeitschrift Europas FRAUEN UND FILM wird von Helke Sander 1974 ins Leben gerufen.

Helke Sander hat nicht nur aufregende Filme gemacht, sie hat auch aufregende Bücher geschrieben. „Die Geschichten der drei Damen K.“ ist nur eines davon: subversive, ironisch abgründige Texte über Frauen, Männer und ihre aussichtslosen Verhältnisse.

Ihre produktive Neugier kennt keine Grenzen: inzwischen hat Helke Sander begonnen, auf ihrer website Kindergeschichten zu veröffentlichen: harmlos sind auch die nicht.

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