Prof. Klaus G. Saur spricht über Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate im Exil

02-10-2018 (20:30)

Für alle, die beruflich mit Büchern zu tun hatten, war die "Machtergreifung" der Nationalsozialisten  1933 eine Katastrophe, sei es aus rassischen oder politischen Gründen. Und sie betraf  nicht nur Autorinnen und Autoren, sie betraf auch ihre Verleger, die Buchhändler und Antiquare. Hunderte von ihnen verließen Deutschland, um anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Wer kommen sah oder ahnte, wozu die Nazis entschlossen waren, suchte rechtzeitig nach Wegen, mitsamt Lizenzen und begrenzten Beständen ins Ausland zu kommen. Unter dem Stichwort "Arisierung" blieb anderen nur der denkbar schlechte "Handel" mit den Nutznießern des Terrors. Diejenigen, die nicht entkamen, erwartete die Deportation.
Viele Exilanten waren relativ bald wieder erfolgreich, andere überlebten den Kulturschock nicht. Professor Sauer entfaltet ein breites Spektrum von Schicksalen

Klaus G. Saur, dessen Vater noch von Hitler zum Nachfolger von Albert Speer bestimmt worden war,  leitete die Verlage K.G. Saur und Walter de Gruyter und schloss sie mit anderen Verlagen 2006 zu einem Verbund zusammen, der der größte wissenschaftliche Verlag Europas wurde.

Prof. Klaus G. Saur war - unter vielen anderen Ämtern und Ehrenämtern - Mitglied im Präsidium des Goethe-Instituts, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin, 21 Jahre lang Vorsitzender der Historischen Kommission des Börsenvereins. und Mitglied im Vorstand der Vereinigung Gegen das Vergessen - Für Demokratie. Er wurde vielfach ausgezeichnet. Seine Bibliographie umfasst insgesamt 400 Nummern.

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