Unbeweglich in Kreisen. Etwas zu den frühen Romanen Samuel Becketts

08-12-2021 (20:00)

Vorgestellt von Jürgen Tomm.

Samuel Beckett, der überwiegend scharfkantig-ernst abgelichtete irische Dichter, Großmeister des „Absurden Theaters“ und Nobelpreisträger von 1969, sah seine Stücke nicht zuletzt als Komödien. Nicht zufällig hat er z.B. als Protagonisten seines einzigen Filmexperiments Buster Keaton engagiert. Mehrere frühe Romane, aber auch manche Stücke kennzeichnet ein monologisches Kreisen; die meist einsamen Hauptfiguren versuchen, dem Scheitern in einer sinn- und perspektivlosen Welt, dem Untergehen im Mahlwerk ihrer Erinnerungen, noch mit Witzen, Kalauern und Zoten zu begegnen.
Im scheinbar melancholisch-heitersten dieser frühen Romane, „Mercier und Camier“, geschrieben 1946 unmittelbar nach dem Krieg auf französisch, gibt es dagegen eine dialogische Struktur. Zwei Männer wollen auf eine Reise gehen, kehren aber immer wieder in die Stadt zurück, Teile ihrer Ausstattung mit Fahrrad; Regenschirm und Sack gehen dabei verloren und nicht nur die, aber ob sie überhaupt aufbrechen, ist nicht gewiss. 

Samuel Beckett (1906-89) wechselte seinen Wohnsitz oft zwischen Irland, England und Frankreich und bereiste auch mehrfach Deutschland. 1936 interessierte er sich in verschiedenen deutschen Städten für die von den Nazis in die Depots verbannten Werke „entarteter“ Künstler. Er schrieb seine Werke zum Teil auf Englisch, zum Teil auf Französisch und übersetzte sie selbst von der einen in die andere Sprache. Er schrieb vor allem Romane, Theaterstücke und Hörspiele. 

Teilnahme nur mit bestätigter Anmeldung unter ticket@buchhaendlerkeller-berlin.de
Für diese Veranstaltung gilt die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

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