20:00
Lesung und Gespräch mit der
Herausgeberin Rita
Bischof
Moderation: Axel
Haase
In den Kritischen Schriften der Literatursoziologin Elisabeth Lenk, die sich seit den sechziger Jahren insbesondere für die Literatur der radikalen Moderne und ihre Verbreitung eingesetzt und davon ausgehend später eine eigene Literaturästhetik entworfen hatte, drückt sich ein Denken aus, das sich souverän und mit großer Selbstverständlichkeit zwischen Kritischer Theorie und surrealer Praxis bewegt und das sich in allem, worauf es seine Aufmerksamkeit richtet, um die Frage dreht, wie und warum ästhetisches Denken und politisches Engagement einander bedingen. Sei es die Verteidigung des kritischen Gehalts mimetischer Ausdrucksformen am Paradigma der traumartigen Schreibweisen, das Pariabewusstsein schreibender Frauen, der Bruch mit dem Tabu der Gewaltdarstellungen oder revolutionäre Überlegungen zum Verhältnis von Literatur und Zeit – immer handelt es sich um originäre Konfigurationen einer neuen Literaturästhetik, die dem tief in der deutschen Geistesgeschichte verwurzelten Misstrauen gegen alles Ästhetische den Kampf erklärt.
Die Herausgeberin Rita Bischof, Philosophin und Soziologin, hat zahlreiche Bücher und Essays, zunächst auf den Gebieten der Geschichtsphilosophie und der Ästhetik der Moderne sowie zum Komplex Masse und Macht veröffentlicht, sich aber insbesondere als Kennerin der Werke von Georges Bataille und des Surrealismus einen Namen gemacht. Zuletzt erschien von ihr u. a. „Georges Bataille und die Philosophie des Auges“ beim Berliner Verlag Brinkmann & Bose.