„Mut und Melancholie”, ein LebensBild des Schriftstellers Alfred Andersch (1914 - 1980)

07-02-2024 (20:00)

Präsentiert von Jürgen Tomm.

Alfred Andersch war einer der prägenden Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur: mit Erzählungen und Romanen, Reiseberichten, Funkfeatures und Essays. Als Herausgeber von Literaturzeitschriften und Leiter von Rundfunkredaktionen war er überdies ein Anreger und Vermittler.
Aufgewachsen im reaktionären, nationalistisch-antisemitischen Milieu von Elternhaus und Schule in München, erlebt der junge Andersch die Jahre zwischen 1928 und 1944 als ständigen Wechsel von Selbstbestimmung, Anpassung und Zwang: Schulabbrecher, Verlagslehrling, Poet, kommunistischer Jugendfunktionär, Büroangestellter, KZ-Häftling, schließlich Soldat.
1944 desertiert er an der italienischen Front zu den Amerikanern und wird als Kriegsgefangener in den USA zum leidenschaftlichen Demokraten mit sozialistischen Zielen.
Nach Deutschland entlassen, wird er zunächst Redakteur in Frankfurt, Mitbegründer der "Gruppe 47", wechselt zum Süddeutschen Rundfunk und wird mit Werken wie "Die Kirschen der Freiheit", "Sansibar oder der letzte Grund", "Die Rote", "Ephraim" und "Winterspelt" zu einem kritisch-realistischen Autor von europäischem Rang, auch durch etliche Verfilmungen. Verschiedene autobiografische Angaben führten zu publizistischen Kontroversen.
Er setzte sich ein gegen Verdrängung, Restauration und Wiederbewaffnung, doch schwere Erkrankungen setzten seinem Leben ein relativ frühes Ende.

Zum 110. Geburtstag von Alfred Andersch widmet ihm Jürgen Tomm ein "LebensBild" aus Texten und Dokumenten.


Zurück