24-09-2026 (20:00 - 21:30)
Moderation: Gernot Krämer, Sinn und Form
Bulgarien war Ende der 50er
Jahre ein Land ohne Zukunft: grau und voller Repressionen. Aber wer flüchten
wollte, riskierte Kopf und Kragen. Rumiana Eberts Familie gelang es erst nach
mehreren Anläufen – und jeder war dabei auf sich allein gestellt.
Auch andere setzten ihre Hoffnung auf Deutschland und machten bald die Erfahrung,
dass sich das neue Leben schwieriger gestaltete als gedacht: Sie mussten sich
erst recht und schlecht durchschlagen, bis der Neuanfang gelang.
In ihrem autobiografisch gefärbten Roman erzählt Rumiana Ebert mit Knappheit
und scheinbarer Beiläufigkeit von Menschen, die alles versuchten, um in
Freiheit zu leben. Sie wirft einen Blick auf gebrochene Lebensläufe, aber auch
auf Mut, Kraft und Durchhaltevermögen. Ihren Figuren folgt sie in mehreren
Erzählsträngen, arrangiert souverän und leichthändig Szenen, die sich im Kopf
der Leser zu einem facettenreichen Bild fügen.
Rumiana Ebert wurde in Plovdiv, Bulgarien geboren. 1966 emigrierte sie nach Deutschland, wo sie ihr Chemiestudium mit Promotion in München abschloss und Musikwissenschaften in Heidelberg studierte. Sie hat mehrere Gedichtbände auf Deutsch veröffentlicht und dafür Preise und Stipendien erhalten. Einzelne Gedichte sind in Sinn und Form, Akzente und Sprache im technischen Zeitalter erschienen. Rumiana Ebert lebt in Berlin und Heidelberg.